Leaky Gut Syndrom - Entstehung, Vorbeugung, Behandlung | Zec+

Hallo liebe Zec+ Community und BLOG-Leser/Leserinnen! In diesem Artikel befassen wir uns mit der Thematik des Leaky Gut Syndroms (LGS) und erklären euch, was es ist und wie man es am besten behandeln kann. Viel Spaß beim Lesen!

Der Mensch und seine zwei Gehirne

Wenn wir an unseren Darm denken, liegt der Gedanke sehr fern, dass unser Gehirn aus dem selben „Material“ besteht. Aber es ist tatsächlich so, dass unser Darm und unser Gehirn bei der Entwicklung im Bauch einer Frau getrennt werden und sich eben zu zwei unterschiedlichen Organen entwickeln. Es ist lange bekannt, dass der Darm eine zentrale Rolle spielt, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht. Der Darm kommuniziert auch mit unserem Gehirn und zwar in beide Richtungen! Schon mal was von „psychosomathischen Darmerbeschwerden“ gehört? Oder kennst du das Bauchgefühl? In der Medizin und Psychologie ist sogar bekannt, dass psychische Erkrankungen oft mit einer schlechten Darmgesundheit einhergehen.

Aufgaben des Darms

Unser Darm besteht aus größtenteils drei Bestandteilen – dem Dünndarm, dem Dickdarm und dem Blinddarm. Wobei letzterer entbehrlich ist, sprich, auch ohne Blinddarm ist ein „normales“ Leben möglich. Aber ohne Blinddarm ist unser Immunsystem anfälliger für Krankheiten! Denn hier sitzen unter anderem die Peyer-Drüsen, zahlreiche Antikörper bilden und damit eingedrungene Bakterien und Viren bekämpfen. Zwar liegen diese Drüsen nicht nur im Blinddarm (Wurmfortsatz) sondern auch im Dünndarm, aber durch die Entfernung des Dünndarms (z.B. aufgrund einer Entzündung), kann die Anzahl minimiert werden.

Im Dünndarm werden essentielle Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien (Mikronährstoffe) aufgespalten und aufgenommen. Sie gelangen in den Blutkreislauf und können entsprechend aufgenommen/resorbiert werden. Aber auch Verdauungssäfte wie verschiedene Sekrete, Speichel oder Gallensaft werden hier über einen Kreislauf regeneriert und wieder zur Verfugung gestellt.

Im Dickdarm kommen dann die so genannten Probiotika zum Einsatz. Diese Bakterien liegen in einer hohen Menge vor und bilden die umgangssprachlich als bekannte Darmflora bekannte physiologische Schutzwand. Alles, was im Dünndarm nicht verdaut werden kann, wird durch die Bakterien zersetzt und abgebaut.

Leaky Gut – der löchrige Darm

Heutzutage kann man bei vielen Menschen schon fast von einem „Antibiotika-Missbrauch“ sprechen, denn bei selbst kleinen Erkrankungen wird direkt mit einem Cocktail aus Bakterien-Feindlichen Substanzen hantiert. Alleine der Name ist Programm: ANTIbiotika sollen (schlechte) Bakterien unschädlich machen. Das Problem ist aber, dass diese Medikamente nicht unterscheiden und auch die GUTEN Bakterien reduzieren. Ist man also krank und nimmt Antibiotika über mehrere Tage oder Wochen, ist man DANACH oftmals noch anfälliger für Krankheiten.

Aber auch Stress, eine falsche bzw. schlechte Ernährung und andere Medikamente können zu einem Ungleichgewicht der Bakterien führen. Die Folge: Eindringlinge können sich ungehindert verbreiten und zu Entzündungen führen. Keine Angst! Das hat kurzfristig keine gravierende Folgen, kann aber bei einem chronischen Verlauf die Darmschleimhaut schädigen, sie wird durchlässig – bildlich gesprochen sogar löchrig.

Dadurch gelangen Toxine, unverdaute Nahrungsbestandteile und andere schädliche Substanzen in den Blutkreislauf und können unangenehme Beschwerden provozieren.

Symptome – so erkennst du ob du am Leaky Gut Syndrom leidest

Die häufigsten Symptome beim LGS sind Durchfall, Blähungen und Verstopfung. Es kann auch zu einem Gewichtsproblem kommen, welches mit einer Verwertungsstörung einhergeht, aber auch Krämpfe, Anämie, verstärkte Blutungsneigungen und bei Frauen sehr „beliebt“, das Ausbleiben der Regelblutung oder zumindest eine deutliche Schwäche dieser.

Das Leaky Gut Syndrom kann noch zu anderen Symptomen führen, die durch die entstehenden Entzündungen hervorgerufen werden können. Dazu zählen Akne bzw. Hautkrankheiten allgemein, Rheuma, Migräne, Veränderungen im Blutdruck, Arthritis, Probleme mit den Nasen-Nebenhöhlen, Osteoporose, Asthma u.n.v.m.!

Eine Möglichkeit der Untersuchung, um die Diagnose Leaky-Gut zu stellen, ist der Lactulose-Mannitol-Test. Dem betroffenen Patienten wird eine Lactulose-Mannitol-Lösung zum Trinken gegeben und nach einer definierten Zeit wird der Urin auf diese Stoffe untersucht. Kommt es zu einer vermehrten Ausscheidungdieser Stoffe im Urin, liegt der dringende Verdacht auf eine Störung der Darmbarriere vor.

Behandlung und Therapie bei LGS

Wer jetzt denkt, man isst einfach ein paar Tage „etwas gesünder“ und schafft die Problematik aus der Welt, der liegt falsch! Die Therapie eines LGS ist langwierig und kann mehrere Monate bis Jahre dauern!

Es klingt aber einfacher, als es ist. Verzichte auf Lebensmittel und Zusatzstoffe, die dafür bekannt sind, den Darm zu reizen und (das muss immer individuell betrachtet werden!) zu Symptomen des LGS führen. Dazu zählen vor allem Zucker (vor allem Monosaccharide – Einfachzucker), Weißmehl, Fleisch und jegliche künstliche Zusatzstoffe wie auch Süßstoffe, Farbstoffe und künstliche Aromen! Auch wenn sie nicht direkt schädigend sind, wirken sie doch belastend auf die Darmflora.

Wichtig ist, dass man sich ballaststoffreich und möglichst natürlich ernährt. Ballaststoffe liefern den Darmbakterien Nahrung um sich zu vermehren (Präbiotika). Geheimtipp: Kartoffeln dienen sehr gut als Darmfutter! Wie? Am besten lässt du gekochte Kartoffeln abkühlen. Dadurch gibt es eine molekulare Veränderung der Stärke und sie wird resistent, auch bekannt als „resistente Stärke“. Diese Stärke ist besonders gut für die Darmflora. Das geht auch mit Reis 😉

Liefert sowohl Futter für Bakterien, als auch die Bakterien als solche – dadurch wird die Darmflora optimiert

Es führt auch kein Weg an Probiotika vorbei. Man könnte sie als Star der Darmgesundheit bezeichnen, denn während die Präbiotika die Nahrung für Darmbakterien liefern, bestehen die Probtiotika aus eben diese Bakterien – man führt also mehr Soldaten im Kampf gegen schädliche Feinde hinzu. Mehr von den guten Bakterien bedeutet, weniger von den schlechten. Das Verhältnis dieser beiden verbessert sich und somit auch die Darmgesundheit. Besonders reich an Probiotika sind fermentierte Lebensmittel wie rohes Sauerkraut, Kimchi oder Kefir.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es sich hier um folgenschwere Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa handeln kann. Somit ist ein Besuch beim Arzt bzw. Facharzt (Gastroenterologe) unumgänglich! Es kann auch IMMER der Fall sein, dass es sich um tumoröse Entartungen oder innere Blutungen handelt, diese müssen natürlich dann dementsprechend medikamentös behandelt werden. Auch wenn sich vermehr Pilze angesiedelt haben, muss mit einem Antimykotkum gearbeitet werden.

Fazit

Das Leaky Gut Syndrom ist nervig und unangenehm. Es kann sogar ernste Folgen nach sich ziehen. Niemand möchte Toxine oder andere Schädlinge im Blutkreislauf haben. Achte darauf, ob du an den genannten Symptomen leidest (also regelmäßig!) und lass dich bei Verdacht von einem Facharzt untersuchen!

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