Diabetes: Was es ist und wie es entsteht? TEIL 1 - Zec+

Hallo liebe Zec+ Community und Sympathisanten, in diesem Artikel geht es um eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten überhaupt, nämlich Diabetes. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit den Fragen „Was ist Diabetes“, „Wie entsteht Diabetes“ und welche Symptome es gibt. Viel Spaß beim Lesen!

Diabetes: Was es ist und wie es entsteht? TEIL 1

Laut der WHO (World Health Organization) ist Diabetes die am weitesten verbreitete Krankheit mit rund 380 Millionen erkrankten Menschen. In Deutschland leiden alleine mindestens 6 Millionen Menschen an dieser chronischen Stoffwechselkrankheit. Warum MINDESTENS? Weil diese Krankheit in vielen Fällen erst sehr später erkannt wird und somit viele Menschen damit leben, ohne es zu wissen. Man kann diese Krankheit nicht mit einer Grippe oder Infekt vergleichen, die man sich einfängt. Dazu aber später mehr.


Was ist Diabetes?

Diabetes, für viele Menschen auch als Zuckerkrankheit bekannt, ist eine chronische Stoffwechselkrankheit. Im Wesentlichen gibt es zwei Einteilungen, wobei diese nochmals nach bestimmten Kriterien eingeteilt werden können. Wir beschäftigen uns aber hier hauptsächlich mit Diabetes-Typ 1 und Diabetes-Typ 2.

Beim Typ 1-Diabetes ist die Ursache das eigene Immunsystem. Durch eine Autoimmunerkrankung werden die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dadurch kommt es zu einem Totalausfall der Insulinproduktion. Dadurch entsteht ein lebensgefährlicher Insulinmangel. Diese Form der Diabetes-Krankheit tritt oft in jungen Jahren auf und betrifft deshalb Jugendliche und junge Erwachsene. Ältere Menschen kennen sicher noch den Begriff „juveniler Diabetes mellitus„, welcher eine veraltete Bezeichnung für Typ 1-Diabetes ist. Menschen, welche an dieser Form der Krankheit leiden, sind auf eine lebenslange exogene (von außen) Zufuhr von Insulin angewiesen sind. Dies erfolgt mittels täglichen Spritzen oder einer Insulinpumpe, die nach Bedarf das Hormon abgibt, was sicherlich eine bequemere Methode ist, vor allem für Jugendliche. Typ 1-Diabetes ist irreversibel, also definitiv nicht umkehr- oder heilbar. Von Typ 1-Diabetes spricht man, wenn mehr als 80% der Beta-Zellen zerstört sind und das produzierte Insulin nicht mehr ausreicht. Dann dauert es nur wenige Tage bis Wochen, bis die ersten Symptome auftreten!

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Typ 2-Diabetes, die häufigste Form dieser Krankheit, ist etwas komplizierter. Hier reagieren die Zellen (zunehmend) nicht mehr empfindlich genug auf Insulin. Insulin als Hormon wird zwar noch produziert, aber es kann seine Aufgabe(n) nicht mehr in vollem Umfang erfüllen. Diese Form der Krankheit hat einen schleichenden, oft über Jahre oder Jahrzehnte fortschreitenden Prozess. Das Problem: dieser Prozess wird in vielen Fällen ohne größere Symptome begleitet und somit sehr spät diagnostiziert.

Würde man diese Krankheit beziehungsweise deren Anzeichen früher deuten, könnte man (theoretisch) bestimmte Mechanismen in seinem Leben einbauen, um ein Ausbrechen der Krankheit zu verhindern. Warum ist diese Form so interessant für Sportler? Eine der häufigsten Ursachen ist Übergewicht und die damit einhergehende Insulinresistenz. Dabei reagieren Muskel-, Leber- und Gewebezellen nicht mehr empfindlich genug auf das Hormon Insulin. Somit können die Nährstoffe und Glukose nicht mehr ausreichend genug in die Zellen eingeschleust werden. Dieser Prozess ist aber essentiell für (Leistungs-)Sportler um Fortschritte im Muskelwachstum und der Leistung zu gewährleisten.


Wie entsteht Diabetes?

Beim jugendlichen Diabetes Typ-1 ist die Ursache aus heutiger Sicht nicht ausreichend erklärbar. Warum es zu einer Autoimmunreaktion kommt, konnte nicht nachgewiesen werden. Man vermutet zwar eine erbliche Veranlagung, allerdings ist es nicht direkt umsetzbar. Nicht jeder, der einen Elternteil mit dieser Krankheit besitzt, erkrankt daran. Es stehen auch bestimmte Virusinfekte, besonders der Kontakt mit Enterovieren, in Verdacht diese Diabetes-Form auszulösen.

Beim Typ 2-Diabetes gibt es mehrere Ursachen. Eine davon ist Übergewicht. Besonders viel Bauchfett und Viszerales Fettgewebe (umgibt die Organe) gelten hier als Übeltäter. Durch ein Übermaß des Bauchfettes wird der Botenstoff Retinol Binding Protein 4 (RBP-4) produziert. Dieser Botenstoff steht in direkte Verbindung mit der Insulinsensitivität bzw. -resistenz, da es die Empfindlichkeit der der Muskel- und Leberzellen herabsenkt.

Zum Anderen gibt es den Faktor Genetik. Mittlerweile ist bekannt, das mehrere Gene (man schätzt 20) daran beteiligt sind, ob diese Krankheit vererbt wird oder nicht. Das Hauptverantwortliche Gen ist PTPN1 (Protein Tyrosine Phosphatase (N1)). Diese Gen ist auf dem 20. Chromosom lokalisiert worden. Davon gibt es mehrere Varianten, unter der sich auch eine „riskante“ befindet. Diese riskante Variante ist bei 35-40% aller hellhäutigen Menschen zu finden, was darauf hin deutet das dunkelhäutige Menschen davon nicht betroffen sind. Die positive, schützende Form besitzt einen Anteil von 45%. Ist der Anteil von PTPN1 im wesentlichen negativ, somit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vererbung der Krankheit Typ 2-Diabetes zu rechnen. Bei circa 20% der erkrankten Menschen ist dieses Gen verantwortlich! Das bedeutet auch, dass bei 80% der Menschen mit Diabetes Typ-2 die Lebens- und Ernährungsweise eine große Rolle spielt! Wenig Bewegung (Bewegung und Training erhöhen die Insulinsensitivität der Muskelzellen!) und die Kombination aus schlechter, zuckerhaltiger Ernährung gepaart mit viel Stress sind in der heutigen Zeit ein Garant, an Diabetes zu erkranken – zumindest ist hier das Risiko stark erhöht!


Welche Symptome gibt es?

Bei beiden Formen der Diabetes-Krankheit kommt es zu ähnlichen Symptomen. In der Regel treten beim Typ 1-Diabetes die Symptome deutlich früher auf.

Zu den bekanntesten Symptomen zählen:

  • Azetongeruch: produziert der Körper kein Insulin mehr und muss dadurch vermehrt Ketonkörper produzieren, führt dies zu einem Atemgeruch welcher stark nach Azeton erinnert. Das riecht dann nach stark überreifem Obst. Viele Sportler, die sich in einer Diät und speziell ketogenen Diät (anabolen Diät) befinden, kennen diesen Geruch. Denn der „Diabetiker-Atem“ entsteht vermehrt bei der Verbrennung von Fettsäuren. Man spricht dann auch von einer „Ketoazidose“. Menschen mit Typ 1-Diabetes müssen hier besonders vorsichtig sein, da dieser Geruch ein gefährliches Anzeichen von hohem Insulinbedarf und muss umgehend behandelt werden, bestenfalls stationär im Krankenhaus. Wird die Ketoazidose nicht behandelt, kann es zu einem diabetischem Koma und zum Tode führen.
  • Trockene und juckende Haut
  • Gewichtsverlust: betroffen sind vor allem Menschen mit Typ 1-Diabetes, da der Körper hier schnell auf Fettsäuren aus dem Körperdepotfett als Energieträger zurückgreift.
  • erhöhter Durst und Harndrang (Polyurie): hier versucht der Körper überschüssigen Blutzucker über die Harnwege auszuscheiden, was vor allem Nachts der Fall sein kann. Daraus resultiert ein starkes Durstgefühl.
  • erhöhte Müdigkeit
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Krankheiten: Erkrankungen der Haut sowie Parodontitis treten bei Diabetes-Patienten vermehrt auf.
  • schlechtere Wundheilung: durch eine verminderte Durchblutung der Haut kann es zu Probleme bei Wunden kommen. Diese heilen oft schlecht ab und können so zu weiteren Problemen führen (offene Wunden)
  • Der Arzt kann die Krankheit durch ein Blutbild oder Blutzuckertest frühzeitig erkennen (man kann sich auch ein Blutzuckermessgerät für den privaten Gebrauch für ca. 20-30€ zulegen!):
    • Der Blutzuckerspiegel erreicht zu einem beliebigen Zeitpunkt einen Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher
    • Ein Nüchternblutzucker von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher
    • Ein Blutzuckerwert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher zwei Stunden nach einem oralen Glukosetoleranztest (OGTT)

Fazit

Wir wissen jetzt, was Diabetes ist und wie sie entsteht. Wer an einigen der oben genannten Symptomen leidet, sollte seinen Arzt aufsuchen! Der Blutzuckerspiegel ist ein wichtiger Marker und sollte regelmäßig kontrolliert werden, besonders von Personen mit bereits vorhandenem Krankheitsverlauf in der Familie. Aber auch Personen mit Übergewicht und mangelnder Bewegung sollten hier ein besonderes Augenmerk legen. Im nächsten Teil beschäftigen wir uns damit, welche präventive und therapeutische Maßnahmen es gibt und wie sich diese Krankheit bei Sportlern verhält. Ebenfalls gehen wir auf die Wirkweise von Insulin und dessen Bedeutung im Sport ein!

 

 

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