Coenzym Q10: Wirkung, Vorkommen, Dosierung | ZEC+
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Hallo liebe Zec+ Community und Sympathisanten. In diesem Artikel gehen wir näher auf die Substanz Coenzym Q10 ein, wo es her kommt, wo man es findet und welchen Nutzen es für unseren Körper hat. Viel Spaß beim Lesen!

Health+ – Die Gesundheitslinie von Zec+ im Detail: Coenzym Q10

Coenzym Q10 – wenn du das liest, kennst du es sicher aus dem Drogeriemarkt, besonders aus kosmetischen Cremes. Strukturell betrachtet, ist es den Vitaminen K und E sehr ähnlich. Es ist ein Chinon-Derivat (Ubichinon-10), also einer organischen Verbindung, welche in Fleisch (Leber), fettem Fisch wie Makrelen, Pistazien, Spinat und Kohl vorkommt. Durch Erhitzen kann das Coenzym allerdings zerstört werden. Im Körper wirkt Q10 als Bestandteil der Mitochondrien direkt bei der Energiegewinnung. Es ist ein Antioxidants und kommt natürlich im menschlichen Körper vor. Wenn Nährstoffe im Körper in Energie-Moleküle umgewandelt werden, sorgt Q10 dafür, dass die dabei freigesetzte elektrische Ladung keinen Schaden verursacht.

Warum Q10?

Wenn es ein Q10 gibt, gibt es sicher auch Q1, Q2, Q3, Q.., oder? Ja! Dieses Ubichinon-10 gehört der Gruppe der Ubichinone an. Diese sind in Säugetieren vertreten und dienen als Elektronen- und Protonenüberträger in der Atmungskette. Allerdings ist im Menschen und in den meisten Säugetieren das Ubichinon-10 überwiegend vorhanden, während man z.B. Ubichinon-9 in Nagetieren findet und Ubichinon-6 in Hefen.

Ubichinon-10 wurde 1957 entdeckt. Fred L. Crane hat es als Erster aus Rinder-Herzen isoliert. Kaum vorstellbar, dass vor circa 20-25 Jahren der Preis für 1 Gramm (also 10 Kapseln Health+ Q10) mehr als 1000$ betrug!. Q-10 spielt eine wichtige Rolle im Q-Zyklus des Komplex III der Atmungskette. Für diese Erkenntnis erhielt der britische Wissenschaftler Peter D. Mitchell 1978 den Nobelpreis für Chemie.

Wo kommt Q10 vor?

Hauptsächlich findet sich dieses Ubichinon in Organen, fettreichem Fisch wie Sardinen und Makrelen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Sonnenblumenkernen, diverse Pflanzenölen (vor allem Sojaöl), Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln, Spinat, Rosenkohl und Brokkoli. Durch Erhitzen kann das Coenzym zerstört werden.

Über die Nahrung nehmen wir circa 5 mg täglich auf. Eine exogene Zufuhr ist nicht zwingend notwendig, außer es liegt ein Mangel vor.

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Wie entsteht ein Mangel von Q10?

Ein dauerhafter und chronischer Mangel ist eher selten. Die Einnahme von gewissen Medikamenten kann über einen bestimmten Zeitraum zu einem temporären Mangel führen. Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Statinen geboten. Das sind Medikamente zum senken des Cholesterinspiegels. Hier kommt es zu einer Hemmung der HMG-CoA-Reduktase und die Ausgangsstoffe für die Biosynthese von Q-10  werden reduziert, was zu einem verringerten Blutplasma-Wert von Q10 führt.

Auch ein Trend der letzten zwei bis drei Jahrzehnte führte nachweislich zu einer niedrigeren Aufnahme und Biosynthese von Q10. Da Q10 ein fettlöslicher Stoff ist, kommt er natürlich auch eher in fettreichen Lebensmitteln vor. Der Diät-Trend, die Angst vor Fett und die High-Carb-Low-Fat-Szene führten dazu, dass viele Menschen weniger Fette zu sich nahmen – und das führte dazu das auch weniger Q10 aufgenommen werden konnte. Jetzt kann der Körper aber doch selbst Q10 herstellen, oder? Ja, aber…

…im Alter nimmt der körpereigene Q10-Spiegel ab

Wie man diesem Diagramm aus dem Jahre 1989 entnehmen kann, singt der Q10-Gehalt im Herzgewebe ab dem 20. Lebensjahr immer mehr ab. Man vermutet, dass es hier einen Zusammenhang mit dem Altern und dem Q10-Gehalt gibt.

 

Alt werden ist nicht immer gut. Der Körper wird anfälliger für Verletzungen und Krankheiten, unser Erscheinungsbild ist nicht mehr so frisch, die Haut altert sichtlich, die Haare werden grau und manchmal wandern sie vom Kopf auf den Rücken (bei Männern). Viele dieser Dinge passieren, weil bestimmte Stoffe von unserem Körper nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt werden können, oder wichtige Co-Faktoren für deren Synthese nicht zugeführt werden. Wie auch das Testosteron, nimmt mit dem Alter auch das Q10 im Körper ab. Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Q10-Gehalt im Körper und der Herzgesundheit. Besonders die Herzinsuffizienz wird in Zusammenhang mit Q10 gebracht.

Herzinsuffizienz effektiv vorbeugen und behandeln mit Coenzym Q10

Forscher gehen davon aus, dass ein Mangel in Gehirn- und Herzzellen eine der viele Ursachen von Parkinson und Herzinsuffizienz sein kann.

Ein dänischer Kardiologe (Svend Aage Mortensen) hat die Wirkung von Q10 seit den 90er Jahren untersucht und ist der führende Forscher in diesem Bereich gewesen. Leider ist er 2015 im Alter von 73 Jahren verstorben. Besonderen Wert legte er bei seiner Arbeit auf den Bereich der Herzinsuffizienz


Exkurs Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche, Herzschwäche, Myokardinsuffizienz): Hier handelt es sich um eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland! Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht stark genug und somit nicht in der Lage, den Körper mit ausreichend Blut und Sauerstoff zu versorgen. Es wird unterteilt in

  • Linksherzinsuffizienz, Rechtsherzinsuffizienz und Globale Herzinsuffizienz
  • Akute Herzinsuffizienz und Chronische Herzinsuffizienz
  • Kompensierte Herzinsuffizienz und Dekompensierte Herzinsuffizienz

Interessant: Eine weitere, bei Sportler die in Kontakt mit Wachstumshormonen und anabolen Steroiden stehen, vorkommende Krankheit ist die Hypertrophie des Herzens. Hier wächst das Herz so stark, dass nicht mehr mit ausreichend Blut gefüllt werden kann. Hier soll eine Q10-Supplementation laut einer Studie gute Erfolge verzeichnen! (Quelle)

Mortensen war Teil der größten, placebokontrollierten Herzinsuffizienz-Studie der Welt. Diese Studie (Klick) wurde an 420 Menschen in verschiedenen Ländern mit ernsthafter Herzinsuffizienz durchgeführt.

Für den Zeitraum von zwei Jahren bekamen 202 Probanden drei Mal täglich 100mg Coenzym Q10 – jeden Tag. Die anderen 218 Probanden bekamen im gleichen Zeitraum ein Placebo. Während dieser Periode erlebten ca. 25% der Probanden (Placebo) eine schwere kardiale Komplikation (MACE; major adverse cardiac event). In der Q10-Gruppe waren es lediglich 14%. Unter MACE versteht man Ereignisse wie kardial bedingter Tod, nichttödlicher Myokardinfarkt, Bypass-OP, Hospitalisation wegen Herzinsuffizienz, oder erneute PTCA (Herzkranzgefäß-Erweiterung) gemeint.

In der Placebo-Gruppe überlebten 83%, in der Q10-Gruppe waren es 91%! Somit stiegen die Überlebens-Chancen auf 2:1!

Coenzym Q10 ist somit eine der ersten und wirksamen alternativen Therapie-Mitteln, welche die Überlebens-Chancen bei Insuffizienz-Patienten erhöht – neben ACE-Hemmer und Beta Blockern (werden u.a. bei Bluthochdruck eingesetzt).

Zitat Mortensen:
Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Wirkmechanismen zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Die konventionelle Herzinsuffizienz-Therapie konzentriert sich auf die Unterdrückung verschiedener hormoneller Faktoren, die offenbar durch die Erkrankung aktiviert werden und das Herz belasten. So blockiert diese Therapieform zum Beispiel die Wirkung eines erhöhten Noradrenalinspiegels. Die Einnahme von Q10 verfolgt ein ganz anderes Ziel. Hier werden Prozesse unterstützt, die für den Stoffwechselprozess der Zellen wichtig sind, was zu einer Stärkung des Herzmuskels führt.

Weiter muss erwähnt werden, dass Probanden der Q10-Gruppe erhebliche Verbesserungen ihrer Symptome festgestellt haben. Diese werden nach der NYHA-Klassifikation bewertet.


Exkurs NYHA-Klassifikation: 
Diese Klassifikation (New York Heart Association) ist ein offizielles Bewertungsschema, welches weltweit Anwendung findet. So werden verschiedene Stadien der Herzinsuffizienz kategorisiert/klassifiziert, abhängig von den Leiden der Patienten. Im Grunde gibt es 4 Stadien:
Stadium 1: Hier wird die schlechtere Leistungsfähigkeit des Herzens im Alltag bzw. bei normaler Aktivität nicht wahrgenommen, ist aber messbar.
Stadium 2: Treppensteigen oder andere schwere, körperliche Anstrengung kann in Atemnot und Erschöpfung resultieren.
Stadium 3: wie Stadium 2, nur das die Symptome schon bei leichter körperlicher Anstrengung vorliegen.
Stadium 4: bereits im Ruhezustand kann es zu Atemnot und Erschöpfung kommen.

Profitiere als Sportler von Q10!

Sportwissenschaftler der Selcuk Universität haben in einer Studie (KLICK) untersucht, wie sich eine Q10-Supplementation auf die Explosivkraft auswirkt. Hier bekamen Probanden für 8 Wochen lang täglich 100 mg Q10, andere Probanden bekamen ein Placebo.

Vor [BASELINE] und nach der Einnahmeperiode untersuchten die Wissenschaftler die anaerobe Leistungsfähigkeit mittels eines Wingate Tests: Die Probanden mussten so schnell sie konnten für 30 Sekunden auf einem Fahrrad in die Pedale treten – und das 5 Mal. Die Pause zwischen den Sätzen betrug zwei Minuten.

Man stellte fest, dass die Einnahme von Q10 die Maximalkraft [PEAK POWER] und die durchschnittliche Leistungsfähigkeit [MEAN POWER] steigerte.

Die Wissenschaftler kommen also zu dem Schluss, dass die Einnahme von Q10 sich positiv auf die Leistung bei supramaximalen Übungen (Maximale Kraftleistungen bei maximalem Gewicht, auch als EXPLOSIVkraft bekannt) steigern kann!

Mehr Energie mit Q10!

Da das Ubichinon-10 direkt an der Energiegewinnung beteiligt ist, kann ein Mangel dazu führen, dass du dich Antriebslos, Müde und Energielos fühlst. In diesen Mitochondrien wird Energie, die wir über Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu uns nehmen mit Sauerstoff und Wasser in DAS ENERGIESUBSTRAT ATP (Adenosintriphosphat) umgewandelt. Für diese Umwandlung wird Sauerstoff benötigt, weshalb man diesen Prozess auch Atmungskette nennt. An der Atmungskette ist eben auch das Coenzym Q10 beteiligt. Liegt ein Mangel vor, kann nicht ausreichend ATP gebildet werden. Somit ist Coenzym Q10 direkt auch an der Muskelkraft, Kraftausdauer und der Fettverbrennung beteiligt – denn all diese Prozesse profitieren von (mehr) ATP!

Wie sollte man Q10 einnehmen?

Wer seine Leistung im Kraft- und Ausdauerbereich verbessern möchte, kann 100-200 mg täglich supplementieren. Besonders ab dem 25. Lebensjahr ist eine tägliche Einnahme empfehlenswert. Die beste Aufnahmerate erreichte man in Versuche bei einer verteilten Gabe über den Tag, zum Beispiel 2-3x 50-10mg Q10. Wer an Herzproblemen leidet, kann von einer Supplementierung profitieren, sollte die Einnahme aber mit einem Arzt/Kardiologen absprechen.

Kontraindikation

Da Coenzym Q10 die Blutgerinnung fördert, sollten Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, auf Q10 als Nahrungsergänzungsmittel verzichten oder Rücksprache mit dem Arzt halten.

Gibt es Nebenwirkungen?

Wie aus einer Zusammenfassung des National Cancer Institute hervorgeht, ist keine ernsthafte schädigende Wirkung durch Coenzym Q10 zu erwarten. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man auf die Zufuhr von Q10 verzichten, da hier noch keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. An sich sind Nebenwirkungen sehr selten. Diese können dann Appetitlosigkeit, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden und ein allgemeines Unwohlsein sein.

Fazit

Coenzym Q10 – nicht nur als Hautcreme ein absolutes Highlight, sondern auch als „Wirkstoff der inneren Kraft“. Es gibt viele Menschen, die möglichst auf chemische Substanzen verzichten möchten. Aber selbst ein Apfel ist nichts anderes als pure Chemie, wenn man sehr streng ist. Oftmals sind es nicht die neuen Designer-Stoffe, welche uns gesund halten und machen, sondern die Stoffe, die wie so oder so schon in unserem Körper haben (Taurin, Carnitin, Creatin, Q10 etc.). Durch eine Zufuhr von Q10 fügen wir nicht ein verlorenes Puzzle-Teil hinzu, sondern füllen den Tank wieder auf, welcher immer weniger Q10 enthält je älter wir werden. Das Potential von Q10 ist riesig und noch lange nicht komplett erforscht. Wir halten euch auf dem Laufenden, wenn es neue Erkenntnisse gibt!

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